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Was sieht die Katze?
Die Katze ist ein dämmerungs- und nachtaktives Tier, daher
sind bei ihr sehr viel mehr Stäbchen (17 Retina: Nr. 2) als Zapfen
(17 Retina: Nr. 3) ausgebildet.
Gesichtsfeld
Das Gesichtsfeld der Katze (200° insgesamt) ist -
verglichen mit Beutetieren - kleiner, da sie ein Jäger ist (9 Linse)
und bei der Jagd mehr nach vorne und nach unten schauen muss. Ihre
Augen sind nach vorne gerichtet und relativ groß.
Das Gesichtsfeld der Katze ist jedoch verglichen zum Menschen (180°
insgesamt) größer. Das Pferd hat ein Gesichtsfeld von 305°
insgesamt, der Hund von 250° insgesamt.
Die binokuläre Überlappung bei der Katze und beim
Menschen beträgt 140°, beim Hund nur zwischen 30°-60°.
Sehschärfe
Sehschärfe ist die Fähigkeit, Einzelheiten eines
Objektes getrennt und scharf zu sehen. Die Sehschärfe wird in Anzahl
der Zyklen pro Bogenminute gemessen, d.h. wie viele Linien pro
Bogenminute gesehen werden können.
Menschen haben 30 Zyklen pro Bogenminute, Pferde 18, Hunde 12, Katzen 6. Die
Sehschärfe ist bei der Katze 0.2 des Menschen, 0.33 des Pferdes und 0.5 des Hundes.

Wenn ein normaler Mensch ohne Sehfehler 20/20 Sehschärfe hat -
d.h. er kann in 20 Fuß Abstand einen Gegenstand scharf erkennen,
dann hat der Hund 20/75 und die Katze zwischen 20/100 und 20/200.
D.h. wenn ein normaler Mensch in 100 Fuß Entfernung einen Gegenstand
scharf sieht, dann sieht ihn die Katze erst bei 20 Fuß Entfernung
scharf.
Diese Berechnung in Fuß basiert auf der
Berechnungsmethode von Snellen 1):
Metrisch
Meter |
Dezimal |
Snellen
Fuß |
|
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| 6/3 |
2,0 |
20/10 |
|
|
| 6/4,5 |
1,5 |
20/15 |
|
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| 6/6 |
1,0 |
20/20 |
Mensch |
| 6/7,5 |
0,8 |
20/25 |
|
|
| 6/9 |
0,67 |
20/30 |
|
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| 6/12 |
0,5 |
20/40 |
|
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| 6/15 |
0,4 |
20/50 |
Hund |
|
| 6/30 |
0,2 |
20/100 |
Katze |
| 6/60 |
0,1 |
20/200 |
|
| 6/120 |
0,05 |
20/400 |
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Flimmerrate (Flicker rate)
ist die Anzahl an Bildern pro Sekunde, sodass ein bewegtes Bild und
nicht Einzelbilder wahrgenommen werden.
Beim Menschen ist die Flimmerrate niedriger (50 Hz) als bei Hund und
Katze (70-80Hz).
Normales Fernsehen hat eine Flimmerrate von 60Hz, d.h. Hund und
Katze sehen hier Einzelbilder.
Solche Messungen werden mit dem ERG
(Elektroretinogramm) durchgeführt und sind sehr sinnvoll, um
Erkrankungen wie PRA oder Glaukome zu erkennen.
Akkommodation
Bei Hunden: 2-3D (50 bis 33 cm)
Bei Katzen: 4D (25 cm)
Bei Kindern: 14D (7cm).
D.h. die Katze hat eine relativ
langsame Akkommodation, um Gegenstände in der Nähe zu sehen, weshalb
sie auch ihre anderen Sinne wie Tastsinn und Geruchssinn so stark
einsetzt.
Verteilung der Stäbchen und Zapfen
Bei
der Katze kommen 25 Stäbchen auf 1 Zapfen, d.h. die Katze braucht
mehr Stäbchen, da sie ein Nachttier ist.
Beim Menschen kommen 4 Stäbchen auf 1 Zapfen.
Bei der Katze sind in der area centralis (Stelle
des schärfsten Sehens) 463,000 Stäbchen/mm2,
an der Peripherie nahe der ora serrata 250,000/mm2.
In der area centralis sind ungefähr 27,000 Zapfen/mm2, an der
Peripherie ca. 4000/mm2.
Beim Menschen erreicht die Dichte der Stäbchen
ihren Höhepunkt bei 150,000 Stäbchen/mm2 3-5 mm von der Foveola
entfernt.
Die Dichte der Zapfen in der Foveola ist ca. 180-205,000 Zapfen/mm2.
Beim Hund ist die Dichte der Zapfen in der area
centralis ca. 10,000 Zapfen/mm2.
Anmerkung:
Die Katze besitzt keine Fovea centralis wie der Mensch, sondern
einen Streifen (=streak), der area centralis genannt wird.
Welche Farben kann die Katze
sehen?
Verteilung der S-Zapfen und M-Zapfen
Es gibt 3 Arten von Zapfen beim Menschen:
S = short waved light (kurzwelliges Licht): blau
M = medium to long waved light (mittelwelliges Licht): gelb
L = long waved light (langwelliges Licht): rot
Es wird allgemein angenommen, dass die Katze nur S-Zapfen und
M-Zapfen besitzt (genau so wie der Hund).
83%-88% der Zapfen bei der Katze sind M-Zapfen, also Zapfen, die für Gelb
empfindlich sind.
Die Katze ist also nicht farbenblind, doch sieht sie die Welt
ähnlich wie
Menschen, die rot-grün farbenblind sind, sie kann also Rot nicht
erkennen.
Für sie besteht die Welt aus diffusen Pastelltönen.
Da die Katze ein Nachttier ist, benötigt sie keine scharfe
Unterscheidung von Farben.

Entfernt man Rot aus dem Spektrum, würde die Katze so sehen.
Warum leuchten die Augen der
Katze in der Nacht?
Katzen, wie Hunde haben hinter
der Netzhaut (17) eine Schicht, die Tapetum lucidum (16) genannt
wird. Diese Schicht wirkt wie ein Spiegel und reflektiert die
Lichtstrahlen nochmals zurück auf die Netzhaut, wodurch ein
Verstärkungseffekt erzielt wird.
Und dies macht Sinn, da die Katze als Jäger in der Dämmerung, also
bei sehr geringer Lichtintensität sehr gut sehen können
muss.
Dieses Tapetum lucidum
reflektiert einfallendes Licht, z.B. von einem Scheinwerfer wieder
zurück, was wir als Aufblitzen der Augen (Aufleuchten der Augen) in
der Dunkelheit sehen.
Es reflektiert auch das Blitzlicht beim Fotografieren, und zwar in
türkisblau bis gelblich grün, weshalb die Pupillen auf dem Foto
nicht rot, wie beim Menschen, erscheinen.
Es gibt Farben bei Katzen, bei denen das Tapetum
degeneriert ist oder sogar fehlt, wie bei weißen Katzen
(hauptsächlich mit blauen Augen oder odd-eyed), aber auch bei Katzen
mit extrem hohem Weißanteil (wie Van-Katzen), und auch bei
Albino-Varianten, die ein Siammuster haben.
Das Tapetum ist ein wichtiger Teil des Auges der Katze und
ermöglicht ihre Nachtsicht.
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