Katzen-Auge

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Literatur

Bedenken Sie bitte, meist ist die Literatur über die Anatomie der Katze in Englisch.

Wichtiger Hinweis:
Einige Artikel basieren auf Tierversuchen mit Katzen: Wir distanzieren uns ausdrücklich von allen Tierversuchen, die dem Tier Leid und Schmerzen zufügen. Obwohl es nicht einfach ist, diese Artikel über Tierversuche zu lesen, stellen sie absolut notwendige Informationen zur Verfügung, die für das Verständnis der Anatomie der Katze erforderlich sind.

 

American Scientist Online: Helga Kolb: Wie die Retina arbeitet (Englisch) 
 
Anatomie des Auges. Anmerkung: Hunde haben dieselbe Anatomie. 
 
Freie Universität Berlin: Diss.: Nichtinvasive Erfassung der Netzhautmorphologie bei Katzen mit der optischen Kohärenz-Tomographie (OCT) 
 
Georgia Veterinary Specialists, Albert Schweitzer Center: Hornhautsequester (Englisch) 
 
Harvard Medical School, Boston: Cat colour vision, one cone process or several? (Farbsehen der Katze, Prozess von nur einem Zapen oder mehreren?, in Englisch) 
 
HighWire Press: Stanford university: Literaturliste zu Physiologie der Katzenaugen (Englisch) 
 
Internet Journal of Ophthalmology and Visual Science: Ruhr Universität Bochum: Defekt im Sehzentrum bei Albinos. Albinos, betrifft vor allem Katzen mit Siam-Abzeichen. 
 
Journal of Neuroscience: Control of Müller glial cell proliferation and activation following retinal injury (Kontrolle des exzessiven Wachstums der Müllerschen Gliazellen und deren Aktivierung bei Beschädigungen der Netzhaut, in Englisch) 
 
Medical College of Wisconsin, Milwaukee: Color Vision (Farbsehen). Dieser Artikel für Hunde trifft auch für Katzen zu. (Englisch) 
 
New York Times, Encyclopedia: Retina 
 
NIH (National Institutes of Health): Ruth Heidelberger: Synaptic transmission at retinal ribbon synapses (Synaptische Übertragung an den bandförmigen Synapsen der Retina; in Englisch) 
 
OMIA (at NCBI): Online Mendelian Inharitance in Animals: Waardenburg Syndrom (Englisch) 
 
Petplace.com: Nickhautvorfall (Englisch). Die Artikel sind von Tierärzten geschrieben. 
 
Red Atlas: Liste der Augenerkrankungen. Dies ist zwar eine Liste aus der Humanmedizin, doch viele dieser Krankheiten kann auch die Katze haben. Sehr viele Abbildungen. (Englisch) 
 
Retina International (Universität Regensburg: Deutsche Niederlassung): Retina International's Scientific Newsletter: Animal Model Database Domestic Animals (Englisch) 
 
UC Davis: Augenkrankheiten bei Menschen und Tieren (Englisch) 
 
Universität Erlangen-Nürnberg: Pathogenese der Glaukome. Dies ist zwar aus der Humanmedizin, doch auch Katzen können Glaukome haben. 
 
Universität Leipzig, Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung. Sehr interessante Artikel zu diversen Nervenzellen der Retina. 
 
Universität Tübingen, Dr. Kröger: Warum die Katze schlitzförmige Pupillen hat 
 
University of California, Berkeley: Reconstructed movie showing animal view of world (Rekonstruktion des Filmes, wie Tiere die Welt sehen, in Englisch) 
 
University of California, San Francisco: The distribution of rods and cones in the retina of the cat (Felis domesticus) (Verteilung der Stäbchen und Zapfen der Retina der Katze, in Englisch) 
 
University of California, Santa Barbara: Amino Acid Signatures in the Normal Cat Retina 
 
University of California, Santa Barbara: Distribution of S- and M-cones in normal and experimentally detached cat retina (Verteilung der S- und M-Zapfen bei der normalen und experimentell abgelösten Netzhaut der Katzen, in Englisch) 
 
University of Florida, Gainesville: Feline Ophthalmologie (Englisch) 
 
University of Pennsylvania, Philadelphia: Functional Architecture of the Rode-Cone Network (Funktionelle Architektur des Stächen-Zapfen-Netzwerkes, in Englisch) 
 
University of Pennsylvania, Philadelphia: Literaturliste mit den Artikeln in Englisch) 
 
University of Sidney: A Strong Correlation Exists between the Distribution of Retinal Ganglion Cells and Nose Length in the Dog (Bei Hunden besteht eine starke Relation zwischen der Verteilung der Ganglienzellen der Retina und der Länge der Nase, in 
 
VeterinaryPartner.com: Horner Syndrom (Englisch). Die Artikel sind von Tierärzten geschrieben. 
 
VetMedCenter: Anatomie des Auges. (Englisch) 
 
Waltham: Small Animal Ophthalmology: Vision in Animals, what do Dogs and Cats see? (Das Sehen bei Tieren, was sehen Hund und Katze? Englisch) 
 
Webvision (Englisch): Retina. Dies ist zwar eine humanmedizinische Seite, doch bringt sie sehr viele Beschreibungen. Zeichnungen und mikroskopische Präparate von Katzen. 
 
Dortmunder Kreis - DOK - Gesellschaft für Diagnostik genetisch bedingter Augenerkrankungen bei Tieren e.V. 
 
European College of Veterinary Ophthalmologists (Europäisches College für Augen-Tierärzte, Seite in Englisch) 
 
Liste von Artikeln, die zum Thema PRA veröffentlicht wurden (Artikel sind in Englisch) 
 

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Das Auge der Katze

 

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Was sieht die Katze?

Die Katze ist ein dämmerungs- und nachtaktives Tier, daher sind bei ihr sehr viel mehr Stäbchen (17 Retina: Nr. 2) als Zapfen (17 Retina: Nr. 3) ausgebildet.

Gesichtsfeld

Das Gesichtsfeld der Katze (200° insgesamt) ist - verglichen mit Beutetieren - kleiner, da sie ein Jäger ist (9 Linse) und bei der Jagd mehr nach vorne und nach unten schauen muss. Ihre Augen sind nach vorne gerichtet und relativ groß.
Das Gesichtsfeld der Katze ist jedoch verglichen zum Menschen (180° insgesamt) größer. Das Pferd hat ein Gesichtsfeld von 305° insgesamt, der Hund von 250° insgesamt.

Die binokuläre Überlappung bei der Katze und beim Menschen beträgt 140°, beim Hund nur zwischen 30°-60°.

Sehschärfe

Sehschärfe ist die Fähigkeit, Einzelheiten eines Objektes getrennt und scharf zu sehen. Die Sehschärfe wird in Anzahl der Zyklen pro Bogenminute gemessen, d.h. wie viele Linien pro Bogenminute gesehen werden können.
Menschen haben 30 Zyklen pro Bogenminute, Pferde 18, Hunde 12, Katzen 6. Die Sehschärfe ist bei der Katze 0.2 des Menschen, 0.33 des Pferdes und 0.5 des Hundes.

Sehschärfe

Wenn ein normaler Mensch ohne Sehfehler 20/20 Sehschärfe hat - d.h. er kann in 20 Fuß Abstand einen Gegenstand scharf erkennen, dann hat der Hund 20/75 und die Katze zwischen 20/100 und 20/200. D.h. wenn ein normaler Mensch in 100 Fuß Entfernung einen Gegenstand scharf sieht, dann sieht ihn die Katze erst bei 20 Fuß Entfernung scharf.

Diese Berechnung in Fuß basiert auf der Berechnungsmethode von Snellen 1):

Metrisch
Meter
Dezimal Snellen
Fuß
   
6/3 2,0 20/10    
6/4,5 1,5 20/15    
6/6 1,0 20/20 Mensch
6/7,5 0,8 20/25    
6/9 0,67 20/30    
6/12 0,5 20/40    
6/15 0,4 20/50 Hund  
6/30 0,2 20/100 Katze
6/60 0,1 20/200  
6/120 0,05 20/400    

Flimmerrate (Flicker rate)

ist die Anzahl an Bildern pro Sekunde, sodass ein bewegtes Bild und nicht Einzelbilder wahrgenommen werden.
Beim Menschen ist die Flimmerrate niedriger (50 Hz) als bei Hund und Katze (70-80Hz).
Normales Fernsehen hat eine Flimmerrate von 60Hz, d.h. Hund und Katze sehen hier Einzelbilder.

Solche Messungen werden mit dem ERG (Elektroretinogramm) durchgeführt und sind sehr sinnvoll, um Erkrankungen wie PRA oder Glaukome zu erkennen.

Akkommodation

Bei Hunden: 2-3D (50 bis 33 cm)
Bei Katzen:  4D (25 cm)
Bei Kindern: 14D (7cm).
D.h. die Katze hat eine relativ langsame Akkommodation, um Gegenstände in der Nähe zu sehen, weshalb sie auch ihre anderen Sinne wie Tastsinn und Geruchssinn so stark einsetzt.

Verteilung der Stäbchen und Zapfen

Bei der Katze kommen 25 Stäbchen auf 1 Zapfen, d.h. die Katze braucht mehr Stäbchen, da sie ein Nachttier ist.
Beim Menschen kommen 4 Stäbchen auf 1 Zapfen.

Bei der Katze sind in der area centralis (Stelle des schärfsten Sehens) 463,000 Stäbchen/mm2, an der Peripherie nahe der ora serrata 250,000/mm2.
In der area centralis sind ungefähr 27,000 Zapfen/mm2, an der Peripherie ca. 4000/mm2.

Beim Menschen erreicht die Dichte der Stäbchen ihren Höhepunkt bei 150,000 Stäbchen/mm2 3-5 mm von der Foveola entfernt.
Die Dichte der Zapfen in der Foveola ist ca. 180-205,000 Zapfen/mm2.

Beim Hund ist die Dichte der Zapfen in der area centralis ca. 10,000 Zapfen/mm2.

Anmerkung:
Die Katze besitzt keine Fovea centralis wie der Mensch, sondern einen Streifen (=streak), der area centralis genannt wird.

Welche Farben kann die Katze sehen?

Verteilung der S-Zapfen und M-Zapfen

Es gibt 3 Arten von Zapfen beim Menschen:
S = short waved light (kurzwelliges Licht): blau
M = medium to long waved light (mittelwelliges Licht): gelb
L = long waved light (langwelliges Licht): rot

Es wird allgemein angenommen, dass die Katze nur S-Zapfen und M-Zapfen besitzt (genau so wie der Hund).

83%-88% der Zapfen bei der Katze sind M-Zapfen, also Zapfen, die für Gelb empfindlich sind.

Die Katze ist also nicht farbenblind, doch sieht sie die Welt ähnlich wie Menschen, die rot-grün farbenblind sind, sie kann also Rot nicht erkennen.

Für sie besteht die Welt aus diffusen Pastelltönen.
Da die Katze ein Nachttier ist, benötigt sie keine scharfe Unterscheidung von Farben.

Farbsehen
Entfernt man Rot aus dem Spektrum, würde die Katze so sehen.

Warum leuchten die Augen der Katze in der Nacht?

Katzen, wie Hunde haben hinter der Netzhaut (17) eine Schicht, die Tapetum lucidum (16) genannt wird. Diese Schicht wirkt wie ein Spiegel und reflektiert die Lichtstrahlen nochmals zurück auf die Netzhaut, wodurch ein Verstärkungseffekt erzielt wird.
Und dies macht Sinn, da die Katze als Jäger in der Dämmerung, also bei sehr geringer Lichtintensität sehr gut sehen können muss.

Dieses Tapetum lucidum reflektiert einfallendes Licht, z.B. von einem Scheinwerfer wieder zurück, was wir als Aufblitzen der Augen (Aufleuchten der Augen) in der Dunkelheit sehen.
Es reflektiert auch das Blitzlicht beim Fotografieren, und zwar in türkisblau bis gelblich grün, weshalb die Pupillen auf dem Foto nicht rot, wie beim Menschen, erscheinen.

Es gibt Farben bei Katzen, bei denen das Tapetum degeneriert ist oder sogar fehlt, wie bei weißen Katzen (hauptsächlich mit blauen Augen oder odd-eyed), aber auch bei Katzen mit extrem hohem Weißanteil (wie Van-Katzen), und auch bei Albino-Varianten, die ein Siammuster haben.
Das Tapetum ist ein wichtiger Teil des Auges der Katze und ermöglicht ihre Nachtsicht.

 
 

 


1) Hermann Snellen
19.02.1834, Zeist – 18.01.1908, Utrecht
Holländischer Ophthalmologe (Augenarzt) aus Utrecht
Er erwarb seinen Doktortitel 1858 an der Universität Utrecht, wo er 1877 Professor für Augenheilkunde wurde. Seine Forschungen beschäftigten sich mit Astigmatismus, Glaukomen und Augenerkrankungen.
Berühmt sind seine Sehprobentafeln, wodurch die Sehschärfe bestimmt wird.

Snellen Tafel

Hermann Snellen
Quelle: Wikimedia commons
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