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Ursachen für Atemwegserkrankungen bei Katzen

Wir danken Fr. Dr. Suvi Pohjola-Stenroos, DVM, PhD, einer sehr bekannten Ocicat-Züchterin (Galax cattery) aus Finnland, die uns diesen Artikel zu Verfügung gestellt hat.

Index

Erkrankungen der oberen Atmungsorgane kommen sehr oft bei Katzen in größeren Zwingern vor. Sie können durch bakterielle oder virale Infektionen, oder durch beide hervorgerufen werden. Neben diesen ansteckenden Erkrankungen treten auch Erkrankungen aufgrund von Allergien auf (der Artikel behandelt diese allergischen Erkrankungen nicht).

Herpesvirus (Rhinotracheitis)

Herpes-Infektionen  sind weit verbreitete Erkrankungen bei Zwingerkatzen. Der Virus bleibt im Trigeminus so lange inaktiv, bis das Tier in eine Stresssituation kommt. Dann wird der Virus aktiviert, wandert den Nerv hinunter und reinfiziert die Nasenschleimhäute, wo er sich vermehrt und ausgeschieden wird. Tiere, die einmal infiziert waren, bleiben latente Träger, d.h. sie scheiden den Virus wieder aus, wenn sie in Stress kommen. Die Ersterkrankung dauert normalerweise einige Wochen, jede Wiedererkrankung 3-10 Tage.

Klinische Anzeichen treten bei den Augen oder dem gesamten Atmungssystem auf:

  • Bilaterale Hornhautentzündung, manchmal treten auch Geschwüre auf der Hornhaut auf, besonders bei Rassen mit großen Augen. Die Augen schmerzen dann sehr. Die Katze hält daher meist die Augen geschlossen, ein erhöhter Tränenfluss ist die Folge.
  • Systemische Anzeichen beinhalten  Rhinitis, eine Entzündung der Nasenschleimhäute. Daher wird die Katze niesen. Zuerst ist das Sekret flüssig, später wird es eitrig, weil die Nase innen geschwollen ist und sich Sekundärbakterien einnisten.
  • Einige Katzen können chronische Rhinitis/Sinusitis entwickeln, wenn die Nasenhöhlen dauernd gereizt werden.
  • Pneumonie bei sehr jungen Kätzchen kann zu deren Tod führen.

Die Diagnose einer Infektion durch Herpes-Virus erfolgt, indem vom Schleim oder Eiter aus der Nase oder den Augen eine Kultur angesetzt wird. Es können auch Granuloma in der Bindehaut der Augen auftreten, wo ein winziger Abstrich genommen wird.

Die Behandlung erfolgt mit antiviralen Medikamenten (und Augentropfen für die Augen), systemischen Antibiotika, um eine sekundäre Infektion durch Bakterien zu verhindern, und weiteren unterstützenden Maßnahmen, wenn erforderlich. Bei chronischen Fällen muss die Nase immer sauber gehalten werden, z.B. durch Neosynephrin (jeden Tag anzuwenden).
Steroide (Kortisone) sind immer kontraindiziert, weil sie die Infektion wieder aufleben lassen und das Immunsystem unterdrücken. Steroide verhindern auch, dass Geschwüre auf der Hornhaut abheilen können.

Die Vorbeugung ist die allerwichtigste Aufgabe. Lassen Sie Ihre Katzen regelmäßig impfen. Verwenden Sie keine Impfstoffe mit abgeschwächten lebenden Viren, weil Sie so den Virus in ihrem Zwinger verbreiten können. Besonders wenn der Verdacht besteht, dass die Katze für Geschwüre auf der Hornhaut anfällig ist, sollen Lebendimpfstoffe nicht verwendet werden.
Zu den Impfungen siehe den Artikel über "Vorbeugen gegen Atemwegserkrankungen durch richtige Impfung".

Calicivirus

Calici ist weit verbreitet, ca. 20% der Katzen scheiden dieses Virus aus. Es gibt verschiedene Abarten des Calicivirus, und die Impfstoffe sind nicht immer für die Virusvarianten geeignet, die in Ihrem Zwinger auftreten. Das Calicivirus wird über den Oropharynx in den Speichel ausgeschieden, manchmal auch über den Kot.
Jungtiere in größeren Zwingern sind bevorzugte Opfer.

Das klinische Bild sieht wie eine vorübergehende Krankheit aus (2-4 Tage):

  • Fieber
  • Schlaffheit und Mattigkeit
  • Bläschen in der Mundhöhle, die stecknadelgroß, aber auch relativ groß sein können und am Gaumen oder der Zunge auftreten können. Manchmal treten auch Geschwüre auf den Lippen, den Augenrändern oder entlang der Nase auf.

Die Diagnose wird über eine Viruskultur erstellt.

Calicivirus-Infektionen können am besten mit unterstützenden Maßnahmen behandelt werden. Geben Sie der Katze weiches Futter, damit die Verletzungen rasch abheilen können.
Chronisch erkrankte Katzen sollten auf FeLV und FIV getestet werden. Vorbeugung ist die beste Behandlung.

Chlamydia psittaci

Chlamydia ist ein Bakterium und weit verbreitet in Katzenzwingern. Es befällt zuerst die Jungtiere, wenn der Schutz durch die Muttermilch nachlässt. Die Jungtiere werden durch erwachsene Katzen oder größere Jungtiere angesteckt. Die Übertragung erfolgt über den Kot oder Tröpfchen, die aus den Augen oder der Nase kommen. So genannte geheilte Katzen können Trägertiere werden, sie entwickeln oft kein besonders gutes Immunsystem. Die Ansteckung kann wiederholt auftreten, doch oft nimmt die Ansteckungsgefahr ab, sobald die Jungtiere und damit ihr Immunsystem erwachsen werden.

Klinische Anzeichen sind:

  • Einseitige Bindehautentzündung. Es können auch schwere Bindehautentzündungen bei Neugeborenen auftreten, so lange die Augen noch geschlossen sind.
  • Einige Jungtiere (2-4 Wochen alt) können eine schwere Lungenentzündung entwickeln, die zum Tod führen kann. Oft bemerkt man die Atemwegsprobleme nicht immer, sondern sieht nur, dass Jungtiere sterben.
  • Chlamydia kann auch zu Fortpflanzungsproblemen und Fehlgeburten führen.

Bei Problemen mit Chlamydia erfolgt die Diagnose, indem eine kleine Abschabung aus der Bindehaut entnommen wird und der so genannte IFA-Test durchgeführt wird.

Infektionen, die durch Chlamydia hervorgerufen werden, werden am besten mit Tetracyclinen behandelt, so wie deren Derivaten. Die Behandlung kann lange dauern und sollte nach dem Verschwinden der klinischen Anzeichen noch zwei Wochen länger  fortgesetzt werden.

Vorbeugende Maßnahmen sind ein gutes Zwingermanagement, insbesondere die Hygiene.

Mykoplasma

Mikroorganismus, ähnlich einem Bakterium. Katzen in größeren Zwingern sind anfällig dafür, geheilte Katzen können Trägertiere werden. Mykoplasma wird durch Tropfeninfektion verbreitet.

Die Anzeichen treten hauptsächlich an den Augen auf:

  • einseitige oder beidseitige Bindehautentzündung, nicht sehr schmerzhaft.
  • Gleichzeitig kann die Katze auch eine Chlamydia-Infektion erhalten.
  • Die Krankheitsanzeichen treten meist bei 3-4 Wochen alten Jungtieren auf.
  • Mykoplasma kann auch zu Fehlgeburten bei Katzen führen.

Die Diagnose wird durch kleine Abschabungen der Bindehaut und speziell angesetzte Kulturen erstellt.
Es gibt keine Impfung dafür.

Die Behandlung erfolgt mit Tetracyclinen oder deren Derivaten, und dauert mindestens zwei Wochen. Die Krankheit ist resistent gegen Antibiotika, daher muss die Katze durch ihr Immunsystem selbst diese Krankheit überwinden.

 
 

 
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