Japanese Bobtail
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Um die Japanese Bobtail zu verstehen, müssen Sie sich mit der Geschichte Japans, insbesondere während der Edo-Periode und Meiji-Periode beschäftigen:
  • mit dem Höfischen Leben am Kaiserhof: die Rolle der Frauen, die Konkubinen der Adeligen
  • mit der Japanischen Sprache, in lyrischen Versen und sehr symbolträchtig in Andeutungen und Verweisen zu sprechen
  • mit der sehr symbolhaften Kunst, hier vor allem die Technik des Holzschnittes und die Puppenkunst
  • mit der Vielfalt der Religion(en), die Tempel und Schreine, die Opfergaben.

Dieser Artikel versucht in aller Kürze, Ihnen einen Eindruck zu geben, wie sehr die Geschichte der Japanese Bobtail mit der Kultur und den Traditionen Japans verbunden ist, und welch wertvolle Katzenrasse sie ist.

 
Japanese Bobtail gibt es in allen Farben und Mustern, außer pointed und getickt. Erwünscht sind kräftige, ausdrucksvolle und dramatische, kontrastreiche Farben.
Denken Sie hier an die Japanische Oper und ihre Schauspieler, die sehr kontrastreich mit kräftigen Farben im weißen Gesicht geschminkt sind.
  • Weiß,
  • schwarz, blau, rot, creme, schildpatt und blau schildpatt.
Japanese Bobtail LH weiß
GRC. GRP. Kurisumasu Yukusaki of Arrow
Züchter: Marianne Clark, Kurisumasu cattery, Oregon, USA
Besitzer: Linda Osburn, Arrow cattery, USA
Japanese Bobtail LH schwarz
Samiz Senaka Kuroi
Züchter: Lisa & Samantha Rowe, Samiz cattery, Ohio, USA
 
  • Alle Farben gibt es auch in Silber, als smoke, shaded und Chinchilla, z.B. blau smoke, schildpatt smoke, blaucreme smoke, usw.
Japanese Bobtail KH schildpatt silber getupft bicolor
Samiz Nokku Ni Tengoku Doa
Züchter: Lisa & Samantha Rowe, Samiz cattery, Ohio, USA
 
  • Alle Farben können Tabby-Zeichnung haben, klassisch gestromt, getigert oder getupft sein. Sie können auch silber gestromt sein, z.B. rot silber gestromt, schildpatt silber getupft, creme silber getigert, usw.
  • Alle Farben gibt es auch mit Weiß, als Van, Bicolour und Tricolor. Zum Beispiel smoke bicolour, blau gestromter Van, chinchilla bicolour, etc.
Japanese Bobtail LH rot-weiß
CH Kurisumasu Jitto's Yokei Na
Züchter: Marianne Clark, Kurisumasu cattery, Oregon, USA
Besitzer: Yukiko Terashima, Yuki-Usagi cattery, Sapporo, Hokkaido, Japan
Japanese Bobtail KH rot-weiß
GC, RW Yuki-Usagi Inaho
Züchter: Yukiko Terashima, Yuki-Usagi cattery, Sapporo, Hokkaido, Japan
 

Literatur

The Tale of Genji von Murasaki Shikibu, ungefähr aus dem Jahr 1011: Kapitel 34 und 35, wo Chinese Cats das erste Mal literarisch erwähnt werden.
Dieses E-Book ist eine Übersetzung von Edward G. Seidensticker (11.2.1921 - 26.8.2007), welches Sie von Globusz Publishing herunterladen oder online lesen können: Der Link führt Sie zum Buchstaben M der Autoren, Sie finden hier Murasaki, Shikibu.

The Tale of Genji, Unesco Global Heritage Pavilion, illustriert mit Holzschnitten von Harumasa Yamamoto (1610-1682)

The Tale of Genji, mit Fotografien der Schauplätze der Novelle

Und für Japanisch-Kenner:
Genji Monogatari, im Original und in romanisierter Schrift.

Maneki Neko Club (in Japanisch) mit Holzschnitten aus den verschiedenen Epochen:
Sie finden oben auf der Seite unter der Titelüberschrift ein Menü über die verschiedenen Kaiser-Epochen, beginnend mit [index].

Setagaya Folktales The Last Story:
Newsletter der Stadtverwaltung von Setagaya vom Jänner 2006

Webseite über Percival Lowell (13.3.1855 - 12.11.1916), Kaufmann, Philosoph, Astronom, Reiseschriftsteller: Sein Bericht über die Japanese Bobtail bei seiner Reise in Oya Shiradzu-Ko Shiradzu in Echigo (Präfektur Niigata).

Das Kuru Fuku Maneki Neko Festival in Seto, Kanko Kyokai,  Samstag-Sonntag um den 29. September.

Maneki Neko Museum in Seto

Maneki Neko The Beckoning Cat and Nang Kwak.
Nang Kwak ist die thailändische Göttin für Wohlstand, welche früher als junge Frau, die auf einem Geldsack kniete, abgebildet wurde, und nun jedoch mit der winkenden Geste der Maneki Neko dargestellt wird.

Es gibt auch einen Zeichentrickfilm Genji Monogatari, produziert 1987.

Sie können sehr schöne Bilder von Philbert Ono vom Gotokuji-Tempel bei Photoguide JP, Japan: in Pictures & English, ansehen.

Maneki Neko - Feline Fact and Fiction, Alan Scott Pate, Antique Dolls in Ojo de la Vaca, New Mexico, USA; ein Artikel, publiziert im Daruma-Magazin Nr. 11, 1996

Die vielen Katzen-Holzschnitte von Kuniyoshi können Sie auf der Website The Kuniyoshi project bewundern. Es gibt hier noch viel mehr Bobtail-Katzen zu bewundern.

Maneki Neko
Zubehör und Bedeutung der Farben der Maneki Neko

Die Maneki Neko ist am bekanntesten als Tricolor-Katze, was generell Glückskatze bedeutet.
Es gibt sie jedoch in vielen anderen Farben:

  • weiß: für Reinheit und dass Positives ins Haus kommen möge
  • schwarz: soll das Böse fernhalten
  • rot: für Liebe, für eine glückliche Ehe
  • grün: für Gesundheit oder eine gute Erziehung
  • gold: für Wohlstand und Wohlbefinden
  • rosa: für gute Beziehungen und Romantik
  • mi-ke (tricolor): generell für Glück

 

Mit der Farbe "Gold" verbindet sich eine sehr bekannte Geschichte um zwei rivalisierende Teehäuser in Edo, 19. Jh.:

Das östliche Teehaus hatte als Symbol eine goldene Maneki Neko.
Das westliche Teehaus hatte eine silberne Maneki Neko als sein Symbol. Beide Teehäuser waren nahe beim Tor des Eko-in Tempels, in Ryogoku, Tokyo.
Der Eigentümer des östlichen Teehauses, Yahei, war sehr faul, während seine Frau O-Tsuna für ihren Charme und ihre Gastfreundlichkeit sehr bekannt war, und das Teehaus ihr seinen Erfolg verdankte.
Ein alter Patron, ein Tuchhändler, namens Hachirobei, war sehr angetan von O-Tsuna.
Eines Abends, als die Rechnungen ihres Mannes wieder sehr hoch waren, gelang es O-Tsuna, Hachirobei zu überreden, ihr eine große Summe Geldes zu geben. Unglücklicherweise war dieses Geld nicht das eigene Geld des Tuchhändlers, sondern Geld, welches er für einen anderen Tuchhändler eingetrieben hatte.
Nachdem Hachirobei das "goldene" Teehaus verlassen hatte, kamen ihm große Bedenken wegen des Geldes, das er nun nicht mehr hatte, und so beschloss er, sich von der Ryogoku-Bashi-Brücke in den Sumida-Fluss zu stürzen. Da traf er O-Tsuna, welcher er die Geschichte des Geldes erzählte. Diese war so beschämt, dass sie das Geld erschmeichelt hatte, und beschloss, sich ebenfalls zu töten.
So sprangen Hachirobei und O-Tsuna gemeinsam in den Fluss und begingen Doppelselbstmord (shinju im Japanischen genannt).
Dieser Vorfall erregte großes Aufsehen und das goldene Teehaus führte bald die Geschichte als Theaterstück auf. So kam es, dass das silberne Teehaus bald darauf schließen musste.

Es gibt einen sehr bekannten Holzschnitt von Kitagawa Utamaro II (gestorben 1831): Otsuna und Hachirobei, Figuren eines Kabuki-Stückes.

Eine Kurtisane  
Dramatische, intensive Farben sind bei der Japanese Bobtail erwünscht.

Meist ist die Maneki Neko bekannt, dass sie mit der linken Pfote winkt, aber es gibt sie auch in anderen Posen:

  • mit der rechten Pfote winkend: es möge Geld ins Haus kommen, das Schicksal möge gut sein
  • mit der linken Pfote winkend: um Besucher und Freunde einzuladen
  • mit beiden Pfoten winkend: um das Haus und Geschäft zu beschützen

Sie finden die Maneki Neko vor vielen japanischen Restaurants, aber auch vor Geschäften.

Meist trägt die Maneki Neko ein Lätzchen, eine Glocke und hält eine Goldmünze in der Pfote:

  • Lätzchen (maedare) und Glocke:
    Oft sind Jizo-Statuen mit einem Lätzchen geschmückt, um für die Gesundung kranker Kinder zu beten. Oft jedoch haben auch Spielhunde oder höfische Puppen ein Lätzchen um. Bekannt ist auch die berühmte Katzenserie von Kuniyoshi (1797-1861), der die Katzen mit prächtig dekorierten Lätzchen darstellte.
    Man sieht auch oft eine ganze Reihe von Glöckchen, die das Lätzchen schmücken.
    Das Lätzchen ist oft sehr kunstvoll dekoriert und dargestellt.
  • Goldmünze (koban):
    eine Goldmünze, wie sie in der Edo-Periode üblich war. Ein Koban war ungefähr 1 ryo (ca. 1000 Dollar) wert. Die Münze mag den Reichtum symbolisieren. Moderne Maneki Neko haben oft eine Goldmünze im Wert von 10 Millionen ryo in der Pfote.
    Mit der Goldmünze verbindet sich eine Geschichte einer Katze aus dem Eko-in Tempel in Tokyo.

Der Eko-in Tempel in Ryogoku,
beim Fluss Sumida, Tokyo, erbaut 1657 zur Erinnerung an das große Feuer, wo mehr als 100.000 Menschen getötet wurden

Es gibt ein Grab, gewidmet einer Katze von 1816.
Ein Fischhändler, der täglich seine Tour durch Edo machte, hielt jeden Tag bei einem Geldwechsler, namens Tokita Kisaburo. Er hatte immer einen Fisch für die Katze des Geldwechslers übrig.
Doch der Fischhändler wurde krank und konnte seine tägliche Tour nicht machen. Eines Morgens wachte er auf und fand zwei Goldmünzen bei seinem Futon, die ihm über die Zeit hinweg halfen, als er nicht arbeiten konnte. Als es ihm wieder besser ging, hielt er wieder bei Kisaburo und hoffte, die Katze zu sehen. Doch diese kam nicht, und so fragte er den Geldwechsler, der ihm kalt antwortete, er habe die Katze getötet. Kisaburo hatte nämlich eines Morgens beobachtet, wie seine Katze zwei Goldmünzen stahl. Und am nächsten Morgen stahl die Katze wieder eine Goldmünze. Und am übernächsten Morgen wollte die Katze wieder eine Goldmünze stehlen. Darüber war er so verärgert, dass er die Katze tötete.
Der Fischhändler war sehr traurig darüber und erzählte dem Geldwechsler, dass er zwei Goldmünzen neben seinem Bett gefunden hatte, welche ihm die Katze offensichtlich für seine Fürsorge gebracht hatte.
Der Geldwechsler bedauerte seinen Irrtum und gab dem Fischhändler die beiden anderen Goldmünzen, welche die Katze ebenfalls stehlen wollte.
Zur Erinnerung an die Katze wurde später ein Grabstein errichtet, mit der Inschrift: "Ein männliches Tier, welches großherzige und gute Taten vollbrachte."

Hiroshige: Holzschnitt
Ando Hiroshige 1797 - 1858

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Standard AACE
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nur Kurzhaar
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Rasseprofil

Die Japanese Bobtail ist mittelgroß, elegant mit "japanischem" Gesichtsschnitt.

Der Kopf bildet fast ein perfektes gleichseitiges Dreieck mit fein ziselierten Linien und sanften Bögen, obwohl er länger wirkt. Die Wangenknochen sind hoch, und die Schnauze hat einen deutlich sichtbaren Whiskerbreak. Die Nase ist lang, mit einer leichten Einbuchtung unterhalb der Augenbrauen, und wird durch zwei parallele Linien definiert.
Die Ohren sind groß, weit auseinander, aber aufrecht (im rechten Winkel zum Schädel) gesetzt.
Die Augen sind groß, oval, und sehr deutlich schräg gestellt. Die Augenfarbe ist beliebig, sehr attraktiv sind tricolor Katzen mit blauen Augen oder odd-eyed.
Die Schnauze ist im Vergleich zum Kopf breit und hat einen Whiskerbreak.

Der Körper ist lang gestreckt, schlank mit geraden Linien. Die Beine sind lang und schlank, jedoch nicht filigran, aber elegant. Die Hinterbeine sind deutlich länger als die Vorderbeine, sie sind jedoch stark angewinkelt, sodass der Rücken fast gerade ist.
Insgesamt ist die Katze schlank mit einem mittleren Knochenbau, hat jedoch eine sehr schöne Muskulatur.

Der Schwanz ist ein Bobtail-Schwanz - das Kennzeichen dieser Rasse, der kurz und gerade sein kann, oder aus mehreren Knicken bestehen kann, jedoch am Ansatz beweglich ist. Er sieht mit seinen längeren Haaren wie ein Pom-Pom aus , die Haare wachsen in alle Richtungen und sind etwas dicker als die Haare am Körper.

Das Fell ist weich und seidig und hat fast keine Unterwolle. Auch haart es sehr wenig.
Die Japanese Bobtail kann langhaarig oder kurzhaarig sein.
Langhaar:
Tastsächlich ist das Fell mittellang und nicht sehr lang. Es liegt eher flach am Körper an. Die Katzen können eine Halskrause und Höschen an den Hinterbeinen haben. Im Sommer ist das Fell deutlich kürzer.
Kurzhaar:
Das Fell ist mittelkurz, also nicht so kurz, wie bei Kurzhaar üblich.

 

Ursprung

Japanese Bobtail stammen tatsächlich aus Japan, sie sind eine sehr alte, natürliche Rasse, welche sich isoliert auf den Inseln Japans weiterentwickelt hat.

Han-Epoche, China 206 v.Chr. - 220 n.Chr.
Hauptstadt Chang'an 206 v.Chr. - 24 n.Chr., und Luoyang 25 - 220 n.Chr.

Die Sage der Japanese Bobtail beginnt in China, in der Han-Epoche. Ob es sich hier tatsächlich um Bobtail-Katzen handelt, ist zu überprüfen.
Das japanische Wort Ne-ko scheint sich jedoch von den chinesischen Wörtern Ne (Maus oder Ratte) und Ko (klassische Form, etwas zu mögen) abzuleiten.

Schon Konfuzius (551-479 v.Chr.) hatte eine Lieblingskatze.

Song-Dynastie, China 960 - 1279
Hauptstadt der Nördlichen Song-Dynastie war Kaifeng (früher Bianjing) 960-1126, Hauptstadt der Südlichen Song-Dynastie war Hangzhou 1126-1279.

Berühmt wurden Katzen in der Song-Dynastie, aus dieser Epoche gibt es ein Bild einer langhaarigen Bobtail: Kinder, an einem Wintertag spielend.
Man nimmt an, dass die Katzen von China über Korea nach Japan kamen.

Nara-Periode, Japan 710-794
Nara war unter dem Namen Heijô-kyô die Hauptstadt des Reiches.

Nara wurde nach den Bauplänen von Chang'an gebaut.
In der Anekdotensammlung Kokon Chobun-shu aus dieser Zeit wird berichtet: "Der Abt Kwankyo fand in seinem Bergdorf eine feine Straßenkatze, woher sie stammte, war unbekannt. Er fing sie ein und zähmte sie."

Heian-Periode, Japan 794 - 1192
Hauptstadt Heian (=Kyoto)

Die erste literarische Erwähnung der Chinese Cats geht auf das Jahr um 1011 zurück, wo sie in The Tale of Genji erwähnt werden:

The Tale of Genji (54 Kapitel, japanisch Genji Monogatari) von Murasaki Shikibu,
übersetzt von Edward G. Seidensticker:

Kapitel 34, Neue Kräuter I (Wakana: Jo):
Hier wird von der Katze der Dritten Prinzessin, Tochter des Herrschers Suzuke, erzählt. Die Dritte Prinzessin wurde schon als Kind die Frau des Prinzen Genji, sie hatte eine Katze, die als Chinese Cat bezeichnet wird.
Kapitel 35, Neue Kräuter II (Wakana: Ge):
Hier wird von der Katze der Zweiten Prinzessin erzählt, die 5 Jungtiere zur Welt brachte:
"Am 19.9.999, unter der Herrschaft des Kaisers Ichijō, wurden Kätzchen im kaiserlichen Palast geboren."

Kaiser Ichijō lebte von 15.7.980 - 25.7.1011, er regierte als 66. Tenno von 986-1011.

Die Novelle über den  Prinzen Genji berichtet über das höfische Leben am Kaiserhof in der Heian-Periode, über die verschiedenen, sehr komplizierten Liebesgeschichten und Verwirrungen, das Leben der Frauen von Genji. Die Novelle wird aus der Sicht von Murasaki geschrieben, eine der Frauen (oder besser Konkubinen) von Genji. Zu dieser Zeit war es üblich, dass ein Mann mehrere Frauen gleichzeitig hatte.

Utagawa Kuniyoshi: Genji Monotagari, Kapitel 36 So schreibt die Novelle auch über Kashiwagi, Ehemann der Zweiten Prinzessin, der sich in die Dritte Prinzessin verliebte, obwohl diese mit Genji verheiratet war, und den Sohn Kaoru mit ihr zeugte. Um Etwas von der Prinzessin als Erinnerung zu haben, besorgte sich Kashiwagi die Katze der Dritten Prinzessin.

Holzschnitt von Utagawa Kuniyoshi 1797-1861
Illustration zu Kapitel 36 aus Genji Monotagari: zeigt Kashiwagi und die Katze der Dritten Prinzessin (eine Mi-ke Bobtail)

Diese Novelle wurde von Murasaki Shikibu, die 978 in Kyoto geboren wurde und um 1014 in Kyoto starb, um 1011 geschrieben, also nach der Nara-Periode und vor der Kamakura-Periode. Der richtige Name von Murasaki Shikibu ist nicht bekannt, die Novellistin hat den Namen der Heldin, der Konkubine Murasaki, angenommen. Shikibu wurde 1005 eine der Hofdamen der Kaiserin Joto Mon'in und führte von 1001-1010 ein Tagebuch.

Aus der Zeit der Regierung von Kaiser Ichijō stammte auch ein Dekret, welches verboten hatte, dass Katzen arbeiten durften, um sie überhaupt hoffähig zu machen, das heißt, dass Katzen am Kaiserhofe überhaupt leben durften. Die Katzen wurden damals in den so genannten 5. Rang erhoben, um standesgemäß zu sein.

Jishôin En'yûji Tempel, Schrift aus der Mitte des 16. Jh.

Eine andere Geschichte stammt aus einer Schrift des Jishôin En'yûji Tempel, im Stadtteil Ichigaya Tomihisa-chô von Tokyo, der ursprünglich von Kūkai (posthum bekannt als Kōbō-Daishi, 27.7.774 - 22.4.835) gegründet wurde, einem buddhistischen Mönch, der die Japanische Silbenschrift Katakana erfand und Shingon-shū (Shingon-Schule) begründete.
Nach dieser Schrift des Tempels gab es einen Kampf zwischen zwei Männern, namens Toshima und Ota. Während des Kampes verlor Ota die Orientierung und stolperte über eine schwarze Katze, die ihn zum Tempel führte, wo er sich erholen konnte und mit seinen wieder gewonnen Kräften Toshima besiegte. Aus Dankbarkeit für die kleine schwarze Katze, die sein Leben rettete, ließ er eine Jizō-Statue anfertigen, die ein Katzengesicht hatte, was neko-men jizō im Japanischen heißt.
Jizō (Mahayana-Buddhistischer Bodhisattva, auch Ojizō-sama genannt) ist eine japanische Gottheit für Kinder, die vor ihren Eltern starben, welche die Kinder vor den Dämonen der Hölle beschützt.

1602 erließen japanische Beamte ein Dekret, dass alle Katzen für die Verfolgung von Ratten und Mäusen in der Seidenraupenzucht, die ein wichtiger Wirtschaftsfaktor geworden war, rekrutiert und eingesetzt werden mussten. So durfte niemand Hauskatzen halten, es war auch verboten, Katzen zu kaufen oder zu verkaufen. Seit dieser Zeit gibt es frei lebende Bobtail-Katzen und Katzen mit normalen Schwänzen in den Straßen und auf den Farmen Japans.

Maneki Neko, die winkende Glückskatze

Die Geschichte der Japanese Bobtail ist eng mit der Maneki Neko und dem Gotokuji Tempel in Setagaya (im Westen von Tokyo) verbunden.

Man nimmt an, dass die Maneki Neko während der Edo-Periode bekannt wurde.
Die Maneki-Neko-Statue, aus Porzellan, wurde meist als tricolor Bobtail-Katze abgebildet:
Tricolor = Mi-ke im Japanischen.

Die Edo-Periode, auch Tokugawa-Shōgunat genannt, 1603-1867
Hauptstadt Edo = Tōkyō

Diese Periode, auch als Tokugawa-Bakufu (Zeltregierung der Shōgune) bezeichnet, wurde von der Tokugawa-Shōgun-Dynastie gegründet.
Ein Shōgun ist ein militärischer Rang der Kriegerkaste der Samurai, und heißt Großer General.

Kuniyoshi tryptichon
Utagawa Kuniyoshi 1797-1861
Mittleres Bild eines Tryptichons: Die 59 Stationen von Edo
Beachten Sie die vielen Farben - einfärbige, bicolor, tricolor, Van, getigert, und auch weiß.

Gotokuji-Tempel in Setagaya

Der Tempel war ursprünglich ein ärmliches Kloster, Kotoku-Kloster genannt und 1480 erbaut. Er wurde erst von der Fürstenfamilie der Ii 1697 als Tempel ausgebaut und als Familienfriedhof verwendet.
Die Stadt Setagaya liegt im Westen von Tokyo.
Schriften des Tempels berichten von einem Ereignis 1615, als eine Katze, namens Tama, von einem Mönch aufgenommen wurde. Nachdem dieser sich eine Weile um die Katze kümmerte, setzte er sie wegen der Armut im Kloster wieder aus und lamentierte:
"Kätzchen, ich kann dich nicht dafür verantwortlich machen, dass Du uns nicht hilfst, denn Du bist ja nur eine Katze. Wenn Du ein Mann wärest, dann würdest Du Etwas unternehmen, um uns zu helfen."

Ii Naotaka (1590-1659), der Feudalherr aus der Provinz Omi Hikone (im Westen Japans nahe bei Kyoto), und Herrscher von Setagaya erbaute 1633 sein Schloss, er war ein berühmter Samurai und Erbe des Hikone-Schlosses in Shiga.
Bald nach dem Lamento des Mönchs (1615) passierte eine Gruppe von Samurai, unter der Führung von Ii Naotaka, das Kloster und geriet in einen Sturm. Die Samurai kehrten von der siegreichen Schlacht um das Osaka-Schloss nach Edo zurück und waren auf der Jagd.
Mit freundlicher Genehmigung von Philbert Ono: Photoguide JP

Katzentempel
Katzentempel im Gotokuji-Tempel

Ii Naotaka suchte Schutz vor dem Sturm unter einem Pinien-Baum vor dem Kloster, als ihm die Katze Tama zuwinkte und ihn in das Kloster führte. Kurz danach schlug der Blitz in den Pinienbaum ein, so hatte die Katze das Leben Naotakas gerettet. Beeindruckt von der Weisheit des Mönchs und aus Dankbarkeit, vor dem Sturm gerettet worden zu sein, wurde das Kloster der Familientempel der Familie Ii und in Gotokuji-Tempel umbenannt. Bis heute erfreut sich der Tempel des Wohlstandes, welcher von der Familie Ii begründet wurde. innen im katzentempel
Das Innere des Katzentempels

Die Katzenstatuen, Opfergaben, links neben dem Katzentempel
Wikitravel, Photo von Paul Richter, Feb. 2003. Licensed under Creative Commons - Attribution Share-Alike
Nach ihrem Tod wurde Tama im Katzenfriedhof im Gotokuji-Tempel begraben. Viele Wände des Tempels sind mit Bobtail-Katzen geschmückt. Auch gibt es einen eigenen Katzentempel in der Anlage des Gotokuji-Tempels.
   
Japanese Bobtail Japanese Bobtail
Maneki Neko wurden oft aus Papiermaché (Hariko genannt) gemacht, so waren sie auch für weniger reiche Leute erschwinglich.
Hariko-Puppen werden schichtweise aus Hariko-Papier hergestellt, wo jede Schicht mit einem speziellen Lack lackiert  und schließlich bemalt wird.
Bilder mit freundlicher Genehmigung des Maneki Neko Klubs.

Yamato honzō, von Kaibara Ekken (auch Ekiken oder Atsunobu genannt) 1630 - 5.10.1714

Das Yamato honzō ist eine systematische Beschreibung japanischer Pflanzen.
Kaibara ist für seine systematischen Studien der Natur bekannt , basierend auf dem Neo-Konfuzianismus, und für seine Transformierung der bis dahin verbotenen konfuzianischen Philosophie in ganz normales Japanisch.
Kaibara schreibt 1708 über die Katze:
"Die Katze unterscheidet sich von anderen Säugetieren in diesen neuen Punkten. Erstens putzt sie ihr Gesicht, wenn sie sich zufrieden fühlt. Zweitens schnurrt sie, um ihre Freude auszudrücken. Drittens schärft sie ihre Krallen, wenn sie voll mit Mut ist. Viertens säugen weibliche Katzen auch Jungtiere anderer Weibchen mit perfektem, guten Willen. Fünftens verändert ihre Pupille die Form, je nach Stunde des Tages. Sechstens ist ihre Nase an der Spitze immer kühl. Siebentens ist sie erfreut, wenn man ihr über den Hals streicht. Achtens zieht sie sich an einem Platz zurück, der außerhalb der Sichtweite des Menschen ist, um ihren sterbenden Blick vor dem Menschen zu verbergen, der ungewöhnlich hässlich ist. Neuntens liebt sie leidenschaftlich die Matatabi-Pflanze - nicht nur isst sie die Pflanze, sondern reibt ihren Körper an den Wurzeln, am Stamm und den Blättern, weil sie sehr wohl weiß, dass es ein unübertreffliches Wundermittel ist."
Anmerkung:
Matatabi, auch Silberwein genannt, ist eine Pflanze aus der Familie der Actinidiacaea, und wächst in Japan und China. Die Pflanze hat, wie die Katzenminze, eine anregende und stimulierende Wirkung auf Katzen.

Schon in der Edo-Periode wurde die Maneki Neko in der Kunst dargestellt, bei Dhi Kanoliu (1874), bei Utagawa Toyokuni I (1769 - 24.2.1825), und bei Ando Hiroshige (1797 - 12.10.1858), einem der wohl berühmtesten Künstler des japanischen Holzschnittes.

Kurtisane Usugumo, 18. Jh.

Kuniyoshi: Schaupieler mit Katzenköpfen

In der Edo-Periode gab es eigene Vergnügungsviertel für Männer, Yuukaku genannt. Eines dieser berühmten Viertel war Yoshiwara, im Ostteil von Tokyo.
Es gab verschieden Ränge bei den Damen, die für die Herren zuständig waren:

  • die Geisha, eine professionell ausgebildete Hostess, sehr gebildet in Musik und Tanz

  • die Prostituierte, Yuujo genannt

  • und die Hostess für die Superreichen, Tayuu genannt.

Eine sehr berühmte Tayuu (wir würden sie Kurtisane nennen) war Usugumo.
Sie liebte Katzen und hatte ihre geliebte Katze ständig um sich.
Eines Abends, als sie unterwegs zu ihrem Schminkraum war, zerrte ihre Katze heftig am Saum ihres Kimonos und wollte ihn nicht mehr loslassen. Der Besitzer des Freudenhauses kam Usugumo zu Hilfe, und weil er dachte, die Katze wäre verhext, schlug er ihr mit seinem Schwert den Kopf ab. Der Kopf der Katze landete an der Decke, wo er eine giftige Schlange, die Usugumo töten wollte, erschlug.
Usugumo war untröstlich über den unnützen Tod ihrer geliebten Katze. Um sie zu trösten, schenkte einer ihrer Kunden ihr ein holzgeschnitztes Bild ihrer Katze, das später als Maneki Neko populär wurde.

Die Alte Frau aus Imado, 19. Jh.

Imado liegt im Osten von Tokyo.
Die alte Frau war sehr arm und hatte eine Katze. Als die Armut immer schlimmer wurde, setzte sie die Katze aus. Die Katze erschien ihr kurz darauf im Traum und befahl ihr, doch ihr Bild in Ton zu gießen. Die alte Frau begann nun Katzenstatuen aus Ton herzustellen, die sehr beliebt bei den Leuten wurden. Je mehr die Alte produzierte, umso mehr Statuen konnte sie verkaufen, und so wich ihre Armut dem Wohlstand.

Meiji-Periode, 1867-1912

Regelmäßge Erwähnung in der Kunst findet die Maneki Neko in der Meiji-Periode, bei Shosan und Hiromi.

Meiji, mit bürgerlichem Namen Matsuhito, geboren am 3.11.1852 in Kyoto, gestorben am 30.7.1912 in Tokyo, war der 122. Tennō von Japan. In seiner Regierungszeit fand das Tokugawa-Shōgunat 1868 sein Ende, die alte Feudalherrschaft wurde abgeschaft, öffentliche Schulen errichtet und der Gregorianische Kalender eingeführt.

In dieser Periode wurde die Maneki Neko erstmals 1876 in einem Zeitungsartkel erwähnt. 1902 gab es Werbeanzeigen.

Cat Day am 22.2.

Am 22.2.1987 trafen sich mehr als 400 Katzenliebhaber in Tokyo, um Japans ersten Cat Day zu feiern.
Sie brachten Gebete für ein langes Leben ihrer Katzen dar und gedachten einer Katze, welche 222 Meilen zurückgelegt hatte, um nach Hause zurückzukehren, nachdem sie während eines Ausflugs aufs Land von ihrem Besitzer getrennt worden war. Nachdem die Organisatoren mehr als 9000 Leute zählten, wurde der 22.2. zum Cat Day ernannt, um mit dem Datum auch an die 222 Meilen zu erinnern, welche die verloren gegangene Katze zurückgelegt hatte. Die Aussprache des 22.2. im Japanischen als ni-ni-ni erinnert auch lautmäßig an das Miauen einer Katze.

Die ersten 3 Japanese Bobtail aus Japan wurden von Elizabeth Freret 1968 in die USA importiert. 1971 erhielten die Kurzhaar provisorischen Status bei CFA, und wurden 1976 für den Championtitel anerkannt.
Die erste Langhaar Mi-Ke (Besitzerin Mrs. Kiyoko Tanaka)  wurde 1968 in Japan ausgestellt. Die Langhaar erhielt 2-1991 AOV-Status bei CFA und wurde 5-1993 für den Championtitel anerkannt.

 

Genetik

Die Japanese Bobtail ist eine natürliche Mutation, die sich isoliert auf den Inseln Japans entwickelt hat. Der Bobtail-Schwanz vererbt sich rezessiv, das heißt, dass beide Elterntiere das Gen für den Bobtail-Schwanz tragen müssen.

 

Temperament

Japanese Bobtail sind feine, aktive und gesprächige Katzen mit einer feinen Stimme. Sie sind sehr intelligent, tragen gern ihr Spielzeug im Maul herum, und lieben das Spiel.
Sie sind sehr sanft in ihrem Wesen und auf den Menschen bezogen. Sie sitzen gern auf der Schulter, sie lieben Ihre Gesellschaft und sprechen gerne mit Ihnen. Die Rasse ist unproblematisch in der Zucht. Jungtiere sind schon früh flügge.

 

Pflege

Das Fell haart wenig und ist pflegeleicht. Natürlich ist es für die Langhaar gut, wenn man sie regelmäßig bürstet. Doch das Fell verfilzt oder verknotet  nicht, weil es fast keine Unterwolle hat.

 
Kuniyoshi: Serie über den Katzenfisch Utagawa Kuniyoshi 1797-1861
Bilder aus einer Serie über den Katzenfisch

Beachten Sie links unten die gestromte Van Bobtail-Katze.

Beachten Sie unten die getigerte Bobtail-Katze.

 

Kuniyoshi: Serie über den Katzenfisch
 
 

 
 
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