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WEISS Gen W
Gen W ist verantwortlich, dass das gesamte Fell weiß ist.
Es ist dominant über alle Farben; i.e. durch das Gen W werden alle Farben
zugedeckt - man nennt es auch ein
mimisches Gen. Daher muß das Gen nur
einmal vorhanden sein, um seine Auswirkung sehen zu können, nämlich dass das
gesamte Fell weiß ist. |
mögliche Genkombinationen
| WW |
homozygot weiß |
| Ww |
heterozygot weiß |
| ww |
homozygot nicht-weiß (irgendeine Farbe) |
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nicht weiß Gen w
Das Gen w ist rezessiv gegenüber dem Gen W. Die Katze muss
das Gen w zweimal (ww) haben, damit das Fell nicht weiß ist. Alle nicht
weißen Katzen - einfarbig, silber, gestromt, Siam, Burma und alle Bicolour -
haben ww. |
| Weiße Katzen sind eine
Wundertüte, man sieht von außen nicht, was innen ist.
Von heterozygoten weißen Katzen kann man Jungtiere aller Farben erhalten, je
nach dem, was dahinter ist. Vor Überraschungen ist man nur sicher, wenn man
den Stammbaum genau studiert. |
Weiße Farbvarianten
- weiß mit blauen Augen
- weiß mit orangen Augen
- weiß mit ungleichen Augen, ein Auge ist blau, das
andere orange
- weiß mit blauen Augen, die auf dem Siam-Gen cs
basieren
Diese Katzen werden Foreign White
genannt.
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Genetischer Code
- W- C-
- W- C-
- W- C-
- W- cscs
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Aber ich habe gehört, dass weiße Katzen taub
sein können.
Wie ist es möglich, die Zucht mit weißen Katzen zu erlauben ?
Teilweise haben Sie recht. Es gibt eine Theorie, dass weiße
Katzen taub sein können. Weiße Katzen mit blauen Augen sind es, die Taubheit
vererben können. Die Taubheit tritt auf dem Ohr auf, wo das blaue Auge ist, das
heißt, auch weiße Katzen mit ungleichen Augen können taub sein, was man unilateral
nennt. Die Wahrscheinlichkeit bei weißen Katzen mit blauen Augen ist sehr hoch,
mehr als 25%.
"Dann soll es doch verboten sein, mit weißen Katzen zu züchten!" Warum ?
Die Katzenzucht ist ein künstliche Art der Reproduktion von Katzen, da die Zucht
von Menschen kontrolliert wird und wir unseren Katzen nicht erlauben, sich
fortzupflanzen, wann immer es möglich wäre oder wann immer unsere Katzen es
wollten.
Warum sollten wir dann nicht auch unsere Zuchtprogramme durch strikte Auslese
kontrollieren, um eben keine tauben weißen Katzen zu produzieren ?
Übrigens ist Weiß keine Farbe, die künstlich erzeugt wurde, also keine vom
Menschen gezüchtete Farbe, es gibt eine Menge weißer Säugetiere in der Natur.
Löschen wir diese natürlich vorkommenden weißen Säugetiere auch alle aus, nur weil sie weiß sind
?
Sie sehen, diese Frage ist nicht so einfach zu lösen, wie es den ersten Anschein
hat. Die Frage, ob man mit weißen Katzen züchten sollte oder nicht, hat viel
mehr in sich, diese Frage ist von derselben Qualität, wenn wir fragen:
"Warum ist es erlaubt, Autos zu haben ?"
- Autos produzieren viele Abgase.
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"Aber sie können einen
Katalysator haben." |
Richtig, der Katalysator bei
weißen Katzen, dass wir keine tauben Katzen produzieren, sind die farbigen
Katzen. |
- Autos erhöhen Tag für Tag den Verkehr.
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"Aber der Verkehr kann
durch öffentliche Verkehrsmittel geregelt werden." |
Richtig, unser Regulativ, die
tauben weißen Katzen herauszufiltern, sind die Audiometrischen Tests. |
- Autos verursachen eine Menge Schäden und viele Unfälle.
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"Aber Unfälle können
durch Regelungen und strikte Verkehrskontrollen vermieden werden." |
Richtig, unser
Kontrollmechanismus sind die Zuchtrichtlinien für weiße Katzen, die unsere
Züchter anleiten, keine tauben weißen Katzen zu produzieren. |
- Autos zerstören die Umwelt und verbrauchen unsere
natürlichen Resourcen, z.B. das Öl.
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"Aber es gibt
Elektroautos oder Autos, die mit Wasserdampf betrieben werden." |
Richtig, ein selektives
Zuchtprogramm erhält die natürlichen Resourcen der weißen Katzen, nämlich
ihre Veranlagung, hören zu können. |
Vielleicht haben Sie einen kleinen Eindruck gewonnen, dass
apodiktische Regeln und Tabus Nichts für die weißen Katzen bringen.
"Verbote und Strafen" werden die Menschen
nicht daran hindern, trotzdem weiße Katzen zu züchten, ja noch viel schlimmer,
sie werden nur die Anzahl der tauben weißen Katzen erhöhen.
Information, sorgfältig ausgearbeitete
Richtlinien und selektive Zuchtprogramme ermöglichen es, dass wir zukünfitg nur
mehr hörende weiße Katzen haben werden.
Wenn Sie den kleinen Aphorismus genau gelesen
haben, dann ist die Lösung dieses verzwickten Problems, genannt Taubheit, das
englische Wort für Autos, nämlich CARS:
- C steht für farbige Katzen (= Coloured cats).
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Wenn sie farbige Katzen bei der Zucht mit weißen Katzen
verwenden, haben Sie bereits begonnen, die Taubheit zu reduzieren. |
- A steht für audiometrische Tests (=
Audiometric
tests).
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Wenn Sie alle ihre weißen Katzen sorgfältig mit Hilfe
audiometrischer Tests testen lassen, dann haben Sie den richtigen Weg
eingeschlagen. |
- R seht für Regeln (=
Rules for
breeding.
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Es liegt bei jedem Verein, jeder Organisation, seinen
Züchtern durch gut durchdachte Zuchtregeln zu helfen. |
- S steht für selektive Zuchtprogramme (=
Selective
breeding programs).
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Wenn Sie nur weiße Katzen, die auf beiden Ohren hören
können, zur Zucht verwenden, werden wir gemeinsam dieses Problem lösen. |
Sie erinnern sich, zu Beginn haben wir geschrieben, dass es eine Theorie ist,
dass das Gen W gemeinsam mit blauen Augen der Grund für die Vererbung der
Taubheit sein kann. Das ist eine der Theorien.
Eine andere Theorie besagt, dass das Gen S - Sie erinnern sich, das Gen für
Weißscheckung, bicolour genannt - gmeinsam mit blauen Augen der Grund für die
Vererbung der Taubheit sein kann. Nach dieser Theorie wären weit mehr Katzen vom
Problem der Taubheit betroffen.
Denken Sie an die Hunde, wo bei mehr als 40 Rassen Taubheit vererbt werden kann,
da gewinnt diese Theorie an Glaubwürdigkeit, denken Sie z.B. an den Ungarischen
Hirtenhund oder den Akita inu, beide sind sie bicolour.
Wenn Sie diese Theorie interessiert, dann finden Sie
Wissenswertes im
Artikel über Genetik Orca Starbuck's.
Einen weiteren interessanten Artikel, der sich mit diesem Thema beschäftigt,
finden Sie auf der Webseite von
Lorraine Shelton.
Was die erste Theorie anlangt, dass das Gen W bei der Vererbung der Taubheit
beteiligt ist, gibt es viele statistische Daten. Aber es ist
überlegenswert, die Untersuchungen auch auf Bicolour-Katzen auszudehnen und hier
ebenfalls statistisches Material zu sammeln.
Wie kann dieses theoretische Wissen in die Praxis des
Züchtens umgesetzt werden ?
Wie bereits beschrieben, überdeckt das Gen W alle Farben und
wird mimisches Gen genannt. Sehen wir uns einige
Beispiele an, was wir da so erhalten können.
Es ist dabei irrelevant (bedeutungslos), ob das Männchen weiß ist oder das
Weibchen. Nehmen wir also an, das Weibchen ist weiß.
Beispiel 1
Unser Männchen sei blau gestromt: A- B- dd ii oo ss mcmc ww
Anmerkung: Die Paare ii, oo und ss werden in der folgenden Tabelle nicht
angeschrieben, da sie nicht relevant sind und die Genkombinationen zu lang und
schwer lesbar würden.
Unser Weibchen ist also weiß: W-
Mehr wissen wir über unser Weibchen nicht.
Wir verpaaren diese beiden Katzen und werden folgende Jungtiere erhalten:
| |
Männchen |
| ABdmcw |
-Bdmcw |
A-dmcw |
- -dmcw |
| Weibchen |
W |
A-B-d-mc-Ww |
-- B-d-mc-Ww |
A- -- d-mc-Ww |
-- -- d-mc-Ww |
| - |
A-B-d-mcb-w- |
-- B-d-mc-w- |
A- -- d-mc-w- |
-- -- d-mc-w- |
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Schauen wir uns die
erste Zeile der Tabelle an: Alle Jungtiere sind weiß, homozygot oder
heterozygot für das Gen W. Erinnern Sie sich, das Gen W muss nur einmal
vorhanden sein, damit das gesamte Fell weiß wird. |
Wenn Sie die zweite Reihe der
Tabelle ansehen, gibt es 2 Möglichkeiten:
Nr. 1: Sind alle Jungtiere weiß, könnte unser Weibchen homozygot
für das Gen W sein oder auch nicht.
Nr. 2: Sind die Jungtiere farbig, dann wissen wir sicher, dass
unser Weibchen heterozygot für das Gen W ist. Es hängt nun Alles davon ab,
was noch in unserem Weibchen verborgen ist. Sie müssen den Stammbaum
analysieren. |
Nehmen wir folgendes an: Es sind aus dieser Verpaarung blaue
und rote Jungtiere gefallen.
Dann können wir folgende Schlussfolgerungen ziehen, und unser Weibchen hat
zumindest die folgenden Genpaare:
- Wir können noch immer Nichts über das Gen B
sagen.
Das hängt davon ab, ob es
chocolate/lilac Vorfahren im Stammbaum unserer Katze gibt. Unsere Katze kann
also bb, Bb oder
BB haben.
Erhalten Sie ein chocolate oder lilac Jungtier, dann wissen Sie
sofort, dass Ihr Männchen zumindest Bb tragen muss, und Ihr
Weibchen muss zumindest einmal das Gen b tragen. Aber, Ihr
Weibchen kann noch immer bb oder Bb tragen, wir müssen uns die
Vorfahren ansehen.
- Wir können überhaupt Nichts über das Gen C
aussagen.
Das hängt davon ab, ob unser Weibchen Vorfahren hat, die
das Siam-/Burma-Muster zeigen.
Erhalten Sie ein Colourpoint-Jungtier, dann muss das Männchen Ccs
tragen. Erinnern Sie sich, beide Elternteile müssen mindestens einmal
das Gen cs haben, damit ihre Jungtiere die
Genkombination
cscs haben können. Wir können über das Weibchen nur
sagen, dass sie mindestens ein Gen cs haben muss, aber
sie kann noch immer cscb, cscs, csca oder csc
haben.
- Das Weibchen muss Dd tragen, weil wir
ein blaues Jungtier erhalten haben.
Sie muss also heterozygot für
Verdünnung sein, sonst hätten wir nur creme Jungtiere erhalten und
keine roten.
- Wir können Nichts über das Gen I
sagen.
Es ist das gleiche wie mit Gen B, es hängt von den
Vorfahren des Weibchens ab. Das Weibchen könnte Ii oder ii tragen.
Das Männchen trägt ii, das ist sicher, weil es blau gestromt und
nicht silber gestromt ist.
Erinnern Sie sich, das Gen I muss nur einmal vorhanden sein, um
Silber bereits im Phänotyp zu sehen. Aber da im Wurf kein
silbernes Jungtier war, können wir überhaupt keine Schlüsse
ziehen.
Nur wenn ein silbernes Jungtier im Wurf wäre, wissen wir, dass das
Weibchen das Gen I zumindest einmal haben muss.
- Das Weibchen kann OO oder Oo tragen.
Das hängt von ihren Vorfahren ab. Das rote Jungtier muss ein
Katerchen sein. Es können nur dann rote Mädchen fallen, wenn beide
Elterntiere das Gen O zumindest einmal tragen. Da unser Männchen
blaugestromt ist, trägt er oo und kann daher keine roten Mädchen
produzieren.
- Wir können Nichts über das Gen S
sagen.
Unser Weibchen kann Ss oder ss tragen, das hängt von den
Vorfahren ab.
- Was das "Tabby-Muster" betrifft,
können wir nicht sagen, ob das Weibchen das Gen A oder das Gen a
trägt.
Damit man das Tabbymuster im Phänotyp sehen kann, genügt
bereits, dass das Gen A einmal vorhanden ist. Wäre ein gestromtes
Jungtier gefallen, hätte das Gen A auch vom Männchen kommen können.
Jede Katze trägt ein Paar des Tabby-Genes Mc oder mc, in welcher
Kombination, kann man nur anhand des Tabbymusters entscheiden.
Dieses Beispiel zeigt, wie man auf den genetischen Background
von Zuchtkatzen (Weibchen und Männchen) anhand ihrer Würfe schließen kann. Und
so, Schritt für Schritt (Wurf um Wurf), kann man Rückschlüsse auf den genetischen
Hintergrund der Katzen ziehen, die man zum Züchten verwendet.
Dieses Beispiel zeigt auch den mimischen Charakter des Genes W. Das Gen W deckt
alle Farben zu, verwandelt alle Farben in Weiß.
Beispiel 2
Bleiben wir beim Wurf aus Beispiel 1. Sie sollten diesen Wurf genauer ansehen.
Meist haben weiße Jungtiere oben am Kopf einen farbigen Fleck, der wieder
verschwindet, sobald das Jungtier heranwächst. Wenn Sie Glück haben, können Sie
die Farbe dieses Fleckes feststellen, und Sie sind wieder einen Schritt weiter.
Diese Farbflecken erzählen uns viel über den genetischen Hintergrund von weißen
Jungtieren:
- Ist der Farbfleck schwarz, dann trägt das
Jungtier das Gen B und das Gen D mindestens einmal.
- Ist der Farbfleck blau, dann trägt das Jungtier
dd und mindesten ein Gen B.
- Ist der Farbfleck rot, dann trägt das Jungtier
mindestens ein Gen B, ein Gen D und ein Gen O. Da unser Männchen
blau gestromt ist, kann das Jungtier OY oder Oo tragen.
- Ist der Farbfleck creme, dann trägt das
Jungtier mindestens ein Gen B, dd und ein Gen O. Da unser Männchen
blau gestromt ist, kann das Jungtier OY oder Oo tragen.
- Ist der Farbfleck chocolate, dann trägt das
Jungtier eine der folgenden Kombinationen,
bb oder bbl; das Jungtier muss auch mindestens einmal das Gen D
tragen.
- Ist der Farbfleck lilac, dann trägt das
Jungtier bb oder
bbl, aber es trägt sicher dd.
- Ist der Farbfleck schildpatt, dann trägt das
Jungtier Oo.
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